Sonntag, 17. Dezember 2017

Sonne am 17.12.2017

Nach der gestrigen Beobachtung folgte heute gleich die zweite im Dezember. Das Wetter entsprach abermals nicht den Vorhersagen, denn erst musste die Wolken der klaren Nacht (!) verschwinden. Sie taten dies aber glücklicherweise rechtzeitig zu dem Zeitpunkt, wo die Sonne oberhalb der Bäume stand. Das Seeing war stark schwankend, aber gerade noch brauchbar: Phasen mit einer völlig blubberigen Oberfläche und einem zackigen Rand wechselten einander ab mit solchen, bei denen die Sicht für wenige Sekunden völlig klar und ruhig war.

Im Weißlicht waren auch heute weder Flecken noch Fackeln zu sehen, die Relativzahl betrug ein weiteres Mal 0.

Dagegen hatte sich die Aktivität im Hα-Licht deutlich beruhigt. Standen gestern noch 7 Protuberanzen am Rand, so waren es heute nur noch 5. Die größte befand sich im Nordosten und hatte gestern schon einen eindrucksvollen Anblick geboten. Heute war sie durch die Sonnenrotation höher über den Rand gestiegen und bildete einen schönen, klassischen Bogen. Die Protuberanz etwas weiter südlich war verschwunden und nun vollständig zu einem Filament geworden, das über der Oberfläche schwebte. Selbst im PST wirkte es dreidimensional und man hatte den Eindruck, seitlich auf eine Rampe zu schauen. Insgesamt war aber die Zahl der Filamente von 12 auf 7 abgesunken, viele der punktförmigen Exemplare hatten sich aufgelöst. Wie auf Satellitenbildern ersichtlich, gab es 3 große, aber nur schwach leuchtende Flaregebiete, von denen ich aber nur ein annähernd punktförmiges im Osten im PST sehen konnte. Die übrigen waren offenbar zu schwach, um auch in kleinen Teleskopen visuell wahrgenommen werden zu können. Man darf auf die weitere Entwicklung gespannt sein, denn auch wenn es derzeit nicht danach aussieht, könnten wir vielleicht doch noch ein paar Flecken in diesem Monat zu Gesicht bekommen, sofern denn das Wetter mitspielt!

Samstag, 16. Dezember 2017

Sonne am 16.12.2017

Mehr als drei (!!!) Wochen sind nun seit der letzten geglückten Sonnenbeobachtung vergangen und das lag ausschließlich am miesen Wetter und zahlreichen Murphereien. An einem klaren Tag kam die Sonne erst raus, als sie hinter einem meiner beiden nervigen Hochhäuser stand, ein anderes Mal war ie nur zu sehen, bis 5 Minuten vor dem Zeitpunkt, wo sie oberhalb der ebenso nervigen Bäume stand. Damit wurde nach einem relativ guten November der Dezember bislang zum schlechtesten seit dem Jahr 2001. Und auch heute ließ mich Murphy wieder nicht in Ruhe. Dass das Seeing miserabel sein würde, war zu erwarten (Ruhe = 4 und Schärfe= 3 nach der Kiepenheuer-Skala), dass es aber wieder just zu dem Zeitpunkt begann, zu bewölken, als ich das Fernrohr aufstellte – bis dahin war der Himmel nahezu wolkenfrei – war mal wieder symptomatisch. Dennoch gelangen mir in den wenigen verbliebenen Wolkenlücken genügend Gelegenheit für Beobachtungen im Weiß- und im Hα-Licht.

In den drei Wochen der erzwungenen Inaktivität verpasste ich zwei kleine Fleckengruppen und heute war die Sonne wieder fleckenfrei mit zappelndem Rand un blubbernder Oberfläche, an dessen Rand ich auch keine Fackelfelder erkennen konnte.

Ein wenig besser war die Sicht im Hα-Licht, wo die Aktivität, wie schon im November, anscheinend weiter deutlich höher ausfiel. Am nordöstlichen Rand befand sich eine schöne, bogenförmige Protuberanz, etwas höher ein Spitzkegel und weiter südlich eine bergartige Erhebung, während am Südwestrand ein heller Spitzkegel und zwei kleine Büschel standen.

Auf der Oberfläche fanden sich 12 ziemlich regellos verteilte Kleinstfilamente, die oft eher dicken Matschflecken ähnelten und auf nur noch schwache, lokale Magnetfelder, hinwiesen. Interessant war nur ein Gebiet am Südwestrand, wo die »Bergprotuberanz« in ein Filament überging. Zusammengefasst: wenigstens die erste Beobachtung im Dezember, wenn auch unter jahreszeitüblichen, schlechten, Luftbedingungen.

Samstag, 25. November 2017

Sonne vom 23.-25.11.2017

Ein weiteres Mal führte schlechtes Wetter, wie es für den November typisch ist, zu mehreren Ausfalltagen. Gleichzeitig wird die Kulminationshöhe zur Mittagszeit immer geringer, sodass ich derzeit nur noch zwischen etwa 12 und 13 Uhr beobachten kann. Vorher und nachher wird die Sonne von Bäumen oder Häusern verdeckt. Dieser Zeitraum wird sich bis zur Wintersonnenwende noch um eine weitere halbe Stunde verkürzen, sodass ich künftig nur noch zwischen 12:00 und 12:30 Uhr beobachten kann.

Seit dem letzten Blogbeitrag konnte ich aber erst einmal an 3 weiteren Tagen, nämlich am 23. 24, und dem heutigen 25. November beobachten. Viel hatte sich im Weißlicht nicht getan in dieser Zeit, die Sonne war fleckenfrei. Nur heute konnte ich immer dann, wenn das Seeing einen Tick besser war, eine kleine A1-Gruppe nahe des Sonnenmeridians finden.

Seit Tagen war dagegen die Aktivität im Hα-Licht deutlich erhöht. Neben einer mehr oder weniger geringen Anzahl an wenig aktiven Protuberanzen und zwei Flaregebieten, aus denen aber nichts aufstieg, war vor allem ein riesiges Filament auf der Südhalbkugel der Sonne bemerkenswert. Es war am 18. oder 19. November durch die Sonnenrotation über den Ostrand hereinrotiert und hält sich bis zur Stunde sehr stabil und zeigt seit dem kaum Veränderungen. Dabei hätte so ein riesiges Filament – es überdeckt weite Teile des Südens und war selbst im PST deutlich dreidimensional »schwebend« zu sehen – durchaus das Potenzial für eine Eruption. Ein derartiges Gebilde kann sich auch auflösen und auf die Sonnenoberfläche zurückkrachen, wo es dann Flares auslösen könnte. Doch nichts dergleichen passierte bisher. Das umgebende Magnetfeld muss also sehr stabil sein.

Im Gegensatz zum lokalen Magnetfeld der kleinen A1-Gruppe, das im Magnetogramm sehr auffällig zu sehen ist, wirkt das unter dem Filament eher moderat bis kaum vorhanden. So ist wohl nicht mehr davon auszugehen, dass sich hier noch etwas tun wird. Übrigens gibt es am Westrand ein Magnetfeld, dass sogar eine NOAA-Nummer erhalten hat: 12687. Es ist sehr internsiv, doch im Weißlicht gibt es an der Stelle nur ein etwas größeres Fackelfeld, aber keinen Sonnenfleck ...

Sonntag, 19. November 2017

Sonne am 19.11.2017

Rechtzeitig zur Mittagszeit klarte der Himmel über Hamburg auf, obwohl die Wettervorhersage genau das Gegenteil, nämlich Starkregen und einen total bedeckten Himmel, prognostiziert hatte. Der Vormittag entsprach dem noch ganz gut, doch die bislang nicht eingetretene Sturmlage – nur der Wind hat sich etwas verstärkt und kommt in schwachen Böen daher, die die restlichen Blättern von den Bäumen fegen – sorgte offenbar für eine Auflockerung der dichten Wolkenschicht. Wie auch immer, das Seeing war danz ordentlich und so konnte ich gegen 11:30 Uhr mit der Beobachtung beginnen.

Im Weißlicht war den Anblick der Sonne enttäuschend. Konnte ich vor zwei Tagen noch zwei Gruppen erkennen, so war sie heute wieder fleckenfrei und nur ein Fackelfeld war schwach am südöstlichen Sonnenrand zu erkennen.

Das vollkommene Gegenteil dazu war die Sonne im Hα-Licht. Als erstes fiel mir eine größere Protuberanz im Nordosten auf, die im Laufe des Tages durchaus noch aufsteigen könnte. Daneben gab es noch 6 kleinere Erhebungen am Sonnenrand. Auf der Oberfläche fand ich neben zwei hellen Flaregebieten, die in etwa an den Positionen der beiden im Weißlicht verschwundenen Gruppen standen, insgesamt 11 Filamente. Ein schön geschwungenes Exemplar, gefolgt von einem, das am südöstlichen Sonnenrand gerade frisch hereinrotierte, war dabei am auffälligsten. Vier Filamente waren kurz und strich-, der Rest nur punkt- und flatschenförmig. Es ist zu hoffen, dass der gegenwärtig gestiegenen Aktivität im Hα-Licht auch eine im Weißlicht folgen wird!

Freitag, 17. November 2017

Sonne am 17.11.2017

Nach drei Tagen mit andauernder Bewölkung, Regen und jeder Menge Hochnebel zeigte sich der Himmel heute morgen klar und sonnig und auch das Seeing war beser als bei den vorangegangenen Beobachtungen. Dafür musste ich Geduld haben, zu sehen, wie die Sonne langsam hinter dem Nachbarhaus hochkroch, um dann 5 Minuten später hinter einem Baum zu stehen.

In den Tagen, an denen ich nicht beobachten konnte, tauchte – wie selbstverständlich – eine neue Fleckengruppe auf, die AR 12687, deren bisherige Entwicklung ich komplett verpasst hatte. Und nein: es ist nicht die, die wir drei Umläufe lang verfolgen konnten. Es ist eine vollkommen neue Gruppe. Auf Satellitenaufnahmen war zu sehen, dass sie gestern noch wie eine C-Gruppe aussah. Heute dagegen hatte sie einige der kleineren Flecken schon wieder verloren und sie sah eher wie ein langer Strich, bestehend aus einer Penumbra aus, weswegen ich sie als J5 mit 4 Flecken in und einem außerhalb des Hofgebietes, klassifizierte.

Selbst im Hα-Licht war die Aktivität endlich wieder einmal unter besserer Luftgüte zu beobachten. Am Rand zeigten sich 10 mehr oder weniger kleine Protuberanzen – die meisten als kleine Spitzen, die über den Rand hinausragten. Über dem südwestlichen Rand schwebte eine pyramidenartige Wolke und im Südosten war ein Gebiet im Südosten besonders interessant, wo sich eine große, aber sehr flache Protuberanz fand, deren erste Ausläufer auch als kleines Filament zu sehen war. Davon gab es auf der Oberfläche übrigens nur 3 Exemplare, die alle nur punkt- oder matschförmig waren. Im Bereich der neuen AR 12687 befand sich ein umfangreicheres Flaregebiet. Ds zweite stand weiter westlich, war aber nicht mit einer im Weißlicht sichtbaren Fleckengruppe assoziiert.

Auch wenn sich derzeit gerade mal wieder etwas auf der Sonne tut, so gleicht das doch sehr dem Fleckenminimum. Im ganzen Monat gab es noch keinen einzigen Flare zu sehen und die einzige geomagnetische Aktivität – derzeit ist wieder ein kleiner G1-Sturm unterwegs – ging von Koronalöchern aus. Freuen wir uns also über jede noch so kleine Fleckengruppe, die wir sehen können, die nächste fleckenfreie Phase kommt bestimmt!

PS: Es gibt Tage, da braucht man einen Nachtrag. So wie heute. Erst durch einen Beobachterkollegen aus Halstenbek wurde ich darauf aufmerksam, dass es da noch eine zweite Gruppe auf der Sonne gab. Diese - ich stufte sie als B2 nach der Waldmeierklassifikation ein - war aber mit meinem kleinen 80/400er Refraktor nur sehr schwer zu sehen. Sie war mal da, versank dann im Seeing und tauchte wieder daraus auf. Eine harte Nuss, wie man so sagt. Aber sie war definitiv auch in meinem kleinen Fernrohr zu sehen, wenn auch hart an der Auflösungsgrenze ...

Montag, 13. November 2017

Die Sonne am 12. und 13.11.2017

In den letzten beiden Tagen hat sich nicht wirklich viel auf der Sonne ereignet. Nur die Beobachtungsbedingungen waren höchst unterschiedlich. Konnte ich gestern anfangs nur durch einen völlig verschleimten Himmel schauen, der im Okular nicht mal einen klar definierbaren Sonnenrand erkennen ließ, wurde kurz nach Mittag für kurze Zeit die Sicht deutlich besser und das Seeing war ganz annehmbar. Heute dagegen war der Himmel klar und wolkenlos und das Seeing eine Katastrophe. Der Rand war heftig am Wallen und die Oberfläche blubberte nur so vor sich hin. Die Augenblicke mit ruhiger Luft waren heute extrem selten. Zudem musste ich mich beeilen, da die Sonne nach dem »Aufgang« hinter einem Haus nur 15 Minuten später hinter einem Baum und der Wand meines Wohnhauses verschwinden würde.

Im Weißlicht war immer noch kein neuer Fleck zu sehen, womit die Sonne nun 13 Tage in Folge fleckenfrei ist.

Wenigstens gab es im Hα-Licht ein gewisses Maß an Aktivität. Zwar konnte ich weder gestern noch heute irgendwelche Flaregebiete finden, dafür aber 6 bzw. 5 Protuberanzen am Rand und 4 bzw. 7 Filamente auf der Oberfläche. Die Protuberanzen waren zwar klein, zeigten aber dennoch einige interessante Bogenstrukturen. Von den Filamenten waren gestern und besonders heute nur wenige flächig, die meisten sahen aus wie etwas zu groß geratene Punkte. Die Aktivität der Sonne bleibt also weiter niedrig und man darf gespannt sein, wie lange die aktuelle Niedrigphase noch andauern wird. Die nicht vorhandenen Flaregebiete lassen allerdings auch für die kommenden Tage nichts Gutes erwarten, obwohl sich täglich, ja sogar stündlich, ein neues Gebiet bilden könnte. Die aktuellen Magnetogramme zeigen zudem auch keine nennenswerte Aktivität mehr an.

Samstag, 11. November 2017

Die Sonne vom 8.-11.11.2017

Seit 11 Tagen ist die Sonne nun schon am Stück fleckenfrei und selbst im Hα-Licht tut sich nicht gerade viel. Nach dem Verschwinden beiden großen Gruppen AR 12685 und 12686 als H- bzw. A-Gruppe hat sich keine weitere Fleckengruppe mehr gezeigt und man könnte fast den Eindruck gewinnen, das die Sonne ihre gesamte Tätigkeit eingestellt hat. Das dem natürlich nicht so ist, zeigt die immer noch vorhandene und teilweise recht ansehnliche Aktivität im Hα-Licht. Das war auch bei meinen letzten beiden Beobachtungen nicht zu übersehen. Zwar litten diese unter teilweise sehr schlechtem Seeing, wie es zwischen Oktober und März immer anzutreffen ist, dennoch waren mehrfach schöne Details zu sehen.

Man darf gespannt sein, was in den kommenden Tagen passiert, denn dann könnte zumindest eine der Gruppen wieder am Ostrand auftauchen und die 4. Rotation beginnen, wenn sie sich nicht inzwischen beide aufgelöst haben.

Am heutigen Tag war die Sonne ebenfalls fleckenfrei, immerhin zeigte sich nach mehreren Beobachtungen endlich mal wieder ein kleines, aber sehr helles Fackelfeld im Osten.

Dieses korrespondierte mit dem ersten Flaregebiet, das ich seit dem 6. November finden konnte, auch wenn dieses sehr klein war. Die ohnehin stark schwankende Anzahl an Protuberanzen war heute auf 9 angestiegen, wobei sie aber kaum eine nennenswerte Größe erreichten. Dafür war die Anzahl der Filamente auf 3 abgesunken. Nahezu alle Aktivitätserscheinungen fanden sich übrigens auf der in letzter Zeit ohnehin aktiveren Nordhälfte der Sonne, während der Süden erscheinungsfrei war.

Wenn auch die Sonne fleckenfrei war und ist, gab es am 8. November gleich zwei geomagnetische Stürme der Klassen G1 und G2, die aus einem größeren Koronaloch kamen und für Polarlichter sorgten, die sogar von Norddeutschland aus sichtbar waren, wenngleich auch nur sehr horizontnah, aber immerhin.